Heizkostenverteiler

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Ein Heizkostenverteiler ist ein Erfassungsgerät, welches für die verbrauchsabhängige Berechnung von Heizkosten verwendet wird. Er misst keine Wärmemenge, sondern spiegelt nur die Summierung der Temperaturdifferenz zwischen Heizkörper und Raum wieder.

Der Heizkostenverteiler besteht in der Regel aus einem Rückenteil, meistens aus Metall, das wärmeleitend mit dem Heizkörper verbunden wird, und einem Vorderteil, das auf das Rückenteil aufgesteckt und verplombt wird. Das Vorderteil ist meistens aus Kunststoff und enthält die Erfassungsvorrichtung.

Durch die Erwärmung des Heizkörpers erwärmt sich auch das Rückenteil. Die Temperatur (bzw. die Temperaturdifferenz zur Raumtemperatur bei elektronischen Zweifühlergeräten) wird über die Heizperiode aufintegriert und bildet so den Messwert. Da die abgegebene Wärmemenge auch von der Größe und Bauart des Heizkörpers und vom Wärmeübergang zwischen Heizkörper und Heizkostenverteiler abhängt, wird der Messwert jedes Heizkörpers mit einem individuellen Faktor multipliziert.

Die Heizkostenverteiler werden nach ihrer Funktionsweise in zwei große Gruppen unterteilt: Heizkostenverteiler nach dem Verdunstungsprinzip und elektronische Heizkostenverteiler.

Bei der jährlichen Hauptablesung wird das Röhrchen durch ein neu befülltes ersetzt. Bei einigen Geräten kann das Röhrchen auch verschlossen und zur Beweissicherung ein weiteres Jahr im Heizkostenverteiler aufbewahrt werden. Zur besseren Unterscheidung wird die Messflüssigkeit in jedem Jahr mit einem anderen Farbstoff versehen.

Beim elektronischen Heizkostenverteiler werden die Temperatur des Heizkörpers und die Temperatur der Raumluft durch jeweils einen Sensor erfasst. Die Temperaturdifferenz wird von einem elektronischen Rechenwerk aufintegriert und auf einem LC-Display oder elektromechanischem Zählwerk in Form von Zählschritten angezeigt. Bei einfacheren Heizkostenverteilern kann der Raumtemperaturfühler auch fehlen (Einfühlergerät). In diesem Fall wird eine konstante Raumtemperatur angenommen. Auch ein Zweifühlergerät lässt bei bestimmten Betriebsbedingungen, z. B. bei Manipulationsversuchen, die Raumtemperatur unberücksichtigt.

Die Anzeige auf dem LCD-Display wird von uns festgelegt und umfasst folgende Funktionen: Aktueller Verbrauchswert, Stichtagswert, programmierter Stichtag und Prüfzahl. Schauen Sie dazu auch unter der Rubrik Downloads. Hier sind die einzelnen Anzeigen der Heizkostenverteiler detalliert erklärt.

Ein elektronischer Heizkostenverteiler hat mehrere Vorteile:

  • Verbrauchswerte sind auf einer digitalen Anzeige eindeutig ablesbar
  • Der Mieter kann dadurch schnell und einfach eine Kontrollablesung vornehmen
  • Es entfällt der jährliche Wechsel der Verdunstungsröhrchen (umweltfreundlich)
  • Eine Kaltverdunstung der Messflüssigkeit bei abgeschaltetem Heizkörper im Sommer ist ausgeschlossen
  • Sehr genaue Wärmeerfassung bereits bei niedrigen Heizkörpertemperaturen durch Messfühler mit hochpräzisen Sensoren
  • Aus den ermittelten Messdaten werden zuverlässig Verbrauchswerte ermittelt

Technische Vorschriften zum Aufbau von Heizkostenverteilern nach dem Verdunstungsprinzip und elektronischen Heizkostenverteilern stehen in den Europäischen Normen EN 834 und EN 835. Alle in Deutschland eingesetzten Erfassungsgeräte sind gemäß den deutschen und europäischen Bestimmungen und Zulassungsnormen geprüft und nach § 5 der HKVO zugelassen.

Bei Heizkostenverteilern gibt es zwei Skalensysteme: Bei Einheitsskalen hat jeder Heizkostenverteiler die gleiche Skala bzw. bei elektronischen Heizkostenverteilern die gleiche Codierstufe. Die Anzeigewerte sind mit den jeweils ermittelten Bewertungsfaktoren des Heizkörpers zu multiplizieren. Der Bewertungsfaktor ist von der Heizleistung des Heizkörpers, dem Heizkörpertyp und der Montageart abhängig und wird typischerweise auf der Abrechnung ausgedruckt. Die Summe der so ermittelten Werte findet sich als Verbrauchseinheiten in der Abrechnung wieder. Bei Produktskalen gehen die abgelesenen Verbrauchswerte ohne Umrechnung in die Heizkostenabrechnung ein. Die Summe aller Ablesewerte findet sich in der Abrechnung wieder.

Bei größeren Heizkörpern werden wegen der ungleichen Wärmeverteilung im Heizkörper meistens zwei Heizkostenverteiler eingesetzt. Heizkosten werden deshalb nicht doppelt bezahlt. Die Bewertung der Heizleistung des Heizkörpers erfolgt in diesen Fällen für jeden Heizkostenverteiler nur zur Hälfte, so dass die Summe beider Bewertungsfaktoren der Heizleistung des Heizkörpers entspricht.

Heizkörper hinter Badewannenschürzen in innen liegenden Bädern können aus technischen Gründen nur bedingt mit Fernfühlergeräten ausgestattet werden. Der Wärmestau hinter der Verkleidung und heißes Badewasser können die Verbrauchsanzeige beeinflussen. Der Verbrauch wird in diesen Fällen im Regelfall geschätzt.

Bei Heizkostenverteiler nach dem Verdunstungsprinzip wird der Flüssigkeitsspiegel idealerweise in Augenhöhe abgelesen. Der Einheitenanteil ergibt sich aus dem Stand der Messflüssigkeit im Vergleich zur vorhandenen Skala. Elektronische Heizkostenverteiler, Wärme- und Wasserzähler zeigen die Verbrauchswerte meistens über ein LC-Display (LCD) oder ein Rollenzählwerk an.

Speziell bei größeren Liegenschaften muss mit höheren Heizungsvorlauftemperaturen gearbeitet werden, um auch die „entfernteste“ Nutzeinheit mit Wärme versorgen zu können. Dies bedeutet allerdings auch, dass einige Nutzeinheiten diese hohe Vorlauftemperatur bis an den Heizkörper geliefert bekommen. Das heiße Heizungsrohr erwärmt das Ventil am Heizkörper und dadurch natürlich auch den Heizkörper selbst. Der Heizkörper wiederum gibt die Wärme wieder ab und dies „merkt“ der Heizkostenverteiler und zählt dies Wärme korrekterweise auch. Abhilfe schafft hier nur das Senken der Heizungsvorlauftemperatur.

Bei Heizkostenverteilern nach dem Verdunstungsprinzip wechselt die Farbe der Ampullenflüssigkeit zu Kontrollzwecken jährlich. So kann beispielsweise erkannt werden, wenn eine Vorjahresampulle versehentlich nicht ausgetauscht wurde. Die Einfärbung hat übrigens keinen Einfluss auf die Verdunstungscharakteristik.

Bei Heizkostenverteilern nach dem Verdunstungsprinzip werden nur zugelassene Messflüssigkeiten eingesetzt, die bei sachgemäßer Verwendung völlig unbedenklich sind. Bei der Verdunsterflüssigkeit Methylbenzoat handelt es sich z. B. um einen aromatischen Ester, der auch in der Natur vorkommt und der zur Seifenparfümierung und auch als Aromastoff in Lebensmitteln zugelassen ist.

Bei Verdunstungsheizkostenverteilern tritt physikalisch bedingt eine Kaltverdunstung auf. Darunter ist die Verdunstung von Messflüssigkeit bei Raumtemperatur zu verstehen, ohne eine Wärmeabgabe des Heizkörpers. Um die typischerweise heizfreie Sommerzeit zu überbrücken, werden die Ampullen über den Nullpunkt mit Flüssigkeit überfüllt. Nach der Europäischen Norm EN 835 für Heizkostenverteiler nach dem Verdunstungsprinzip ist eine Flüssigkeitsüberfüllung für mindestens 120 heizfreie Tage bei 20 °C Raumtemperatur vorzusehen. In wärmeren Sommern kann es gelegentlich vorkommen, dass an unbenutzten Heizkörpern ein Verbrauch angezeigt wird. Weil das aber in allen Wohnungen der Fall ist, ergibt sich daraus für den Einzelnen kein Nachteil. Elektronische Heizkostenverteiler in Ein- oder Mehrfühlerausführung haben technisch definierte Startkriterien und zeigen bei Fremdwärme keinen Verbrauch an.

Laut Heizkostenverordnung §4(1) hat der Gebäudeeigentümer die Pflicht den Verbrauch über Messgeräte zu erfassen. Laut §4(2) haben die Nutzer dies zu dulden. In Ausnahmefällen kann der Verbrauch geschätzt werden. Die Art der Schätzung ist wie in §9a Kostenverteilung in besonderen Fällen beschrieben, vorzunehmen.

Thermostatventile steuern die gewünschte und voreingestellte Raumtemperatur, ohne dauerndes Eingreifen des Nutzers. Die Temperatur des Heizkörpers wird durch automatisches Öffnen und Schließen des Ventils verändert. Die Anzeige errechnet sich aus der Temperatur des Heizkörpers und der Heizzeit. Dabei spielt natürlich die Außentemperatur eine erhebliche Rolle, da die Heizung deutlich mehr leisten muss, wenn 2-stellige Minustemperaturen herrschen, als wenn 1- oder 2-stellige Plusgrade gemessen werden.

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